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  |  25. März 2020

Flächenumsatz wird infolge des Coronavirus einbrechen

Bremsspuren am Markt

Der Flächenumsatz am Frankfurter Büromarkt geht laut Beobachtung von Blackolive aktuell und wahrscheinlich wegen des sich verbreitenden Coronavirus deutlich zurück. Auch wenn noch rund zwei Wochen bis zum Quartalswechsel Zeit sind, so werden die Ergebnisse der Vorjahre doch deutlich verfehlt. Der Immobiliendienstleister passt deshalb auch die Prognose für das Gesamtjahr 2020 an.

Flächenumsatz sinkt deutlich
Im ersten Quartal 2020 wurden im Gif-Gebiet (Frankfurt inkl. Eschborn und Offenbach Kaiserlei) bisher nur rund 60.000 m² umgesetzt. 2016 (ca. 126.000 m²), 2017 (ca. 125.000 m²), 2018 (ca. 152.000 m²) und auch 2019 (ca. 98.000 m²) lagen die Werte zum Ende des Quartals noch deutlich höher. Auch die Zahl der Vertragsabschlüsse fällt deutlich geringer aus. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 97 Verträge gezeichnet. Von 2015 bis 2019 waren es im ersten Quartal konstant zwischen 180 und 225 Verträge. „Auch in den letzten beiden Quartalswochen werden wir von keinen nennenswerten Vermietungen hören. Niemand hat momentan den Kopf frei, solche gravierenden Entscheidungen zu treffen. Büromieter agieren aufgrund der weltweiten Krisensituation sehr zögerlich, haben ihren Bedarf verkleinert oder auf unbestimmte Zeit verschoben“, so Oliver Schön, Geschäftsführer bei Blackolive.

Leerstand könnte deutlich steigen
Das wird sich auch beim Leerstand bemerkbar machen. Ende 2019 waren in Frankfurt rund 807.000 m² freistehend und innerhalb von drei Monaten bezugsfertig. Die Experten schätzen, dass der Leerstand auch im Verlaufe des Jahres 2020 konstant auf diesem Niveau bleiben würde. Auch das dürfte sich aber durch das Coronavirus ändern. „Es ist bereits jetzt so, dass einige Firmen ihre gegenwärtigen Flächen teilweise als Untermietflächen auf dem Markt anbieten. Da wird noch einiges auf uns zukommen. Wir rechnen damit, dass der Leerstand alleine deshalb im Verlaufe des Jahres steigen wird auch wenn sich diese Vorhaben größtenteils nur temporär auswirken werden“, so Schön.

Angepasste Prognose
Statt rund 800.000 m² Leerstand, die Blackolive für 2020 prognostiziert hatte, sind aktuell eher mit rund 850.000 m² - 900.000 m² zu rechnen. Das wird auch zu einem leicht veränderten Mietniveau führen. Die Durchschnittsmiete war für 2020 mit etwa 22,00 Euro/m²/Monat kalkuliert worden, die Spitzenmiete mit 45,50 Euro/m²/Monat. „Exakte Prognosen abzugeben ist derzeit unmöglich. Beide Mieten aber werden sich reduzieren“, so Schön.

Den Flächenumsatz, der 2019 bei 591.400 m² lag, prognostizierte das Maklerhaus noch vor zwei Monaten auf 550.000 m² für 2020. Durch die Reaktionen der Wirtschaft und des Marktes auf die Ausbreitung des Coronavirus dürfte der Wert am Ende des Jahres aber eher bei rund 400.000 m² liegen. In Panik verfallen muss die Branche jedoch nicht. Da sich die Umstände im kommenden Jahr wieder normalisiert haben werden, wird sich der Markt wieder erholen und es könnte sogar zu einem Nachholeffekt kommen. Firmen schließen dann häufig Verträge ab, die sie im Krisenjahr nicht gezeichnet haben.
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