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  |  09. August 2018

Gute ABG Bilanz für das Geschäftsjahr 2017

Bauen, bauen, bauen!

„Die ABG Frankfurt Holding wird in den kommenden fünf Jahren rund 2,8 Milliarden Euro investieren. Geplant ist, dass der Wohnungskonzern der Stadt Frankfurt in diesem Zeitraum rund 10.000 Neubauwohnungen fertigstellt, beziehungsweise mit deren Planung und dem Bau beginnt“, zeigte sich Peter Feldmann, Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der ABG, am Mittwoch, 8. August, zufrieden bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

„Wir haben uns für unser Investitionsprogramm die notwendigen Grundstücke gesichert und wirtschaftlich ist das alles gut darstellbar“, ergänzte Frank Junker, der Vorsitzende der ABG-Geschäftsführung. „Wir sind derzeit gemeinsam mit der Stadt dabei, die Planungsprozesse noch weiter zu optimieren, damit wir sehr zeitnah in die Umsetzung kommen und die Grundstücke bebauen können, die wir uns alle gesichert haben.“

Das Jahr 2017 war bei der ABG geprägt von zahlreichen Spatenstichen und vorbereitenden Maßnahmen. So werden in der Lyoner Straße in der ehemaligen Bürostadt Niederrad derzeit 118 Mietwohnungen realisiert. In der Riedbergallee und im Riedberger Westflügel sind zusammen 212 Wohnungen in Bau. Weitere 250 Wohnungen entstehen auf dem ehemaligen VGF-Gelände in Höchst. Dort hat der erste Bauabschnitt mit 87 Wohnungen begonnen. Vor wenigen Wochen, so Junker, konnte auch im „Projekt Güterplatz“ mit dem Bau von 250 Mietwohnungen an der Mainzer Landstraße begonnen werden. Gemeinsam mit den Co-Investoren Groß & Partner und gsp Städtebau hat die ABG den ersten Spatenstich für die Bebauung des seit 25 Jahren brachliegenden Areals gesetzt.

In der Vorbereitung ist derzeit das 17,2 Hektar große Baugebiet Hilgenfeld im Norden Frankfurts. Hier soll im kommenden Jahr mit dem Bau von 850 Wohnungen begonnen werden. Mittelfristig sollen weitere 2.200 Wohnungen in einem neuen Stadtquartier am Römerhof südlich des Rebstockparks gebaut werden.

Im Geschäftsjahr 2017 hat die ABG 271 Neubauwohnungen fertig gestellt. Den größten Anteil daran haben die 115 Wohnungen, die im Karlsbader Carreè in Friedberg gebaut wurden. Im August waren die 13 Wohnhäuser bezugsfertig. Die ABG führt weiterhin intensive Gespräche mit den Städten und Gemeinden im Umland von Frankfurt am Main, um hier Grundstücke zu erwerben und gemeinsam mit den Kommunen zu entwickeln. Aktuell wird gerade eine Neubaumaßnahme in Sulzbach mit 60 Wohneinheiten realisiert.

Oberbürgermeister Feldmann: „Das Motto kann weiterhin nur lauten: bauen, bauen, bauen.“
„Die Zahlen des Jahres 2017 zeigen einmal mehr, dass die ABG ein kerngesundes Unternehmen ist, das uns dabei hilft, mit dem Thema Wohnen die zentrale Herausforderung der Kommunalpolitik dieser Zeit zu bewältigen“, sagte Feldmann bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Die Metropolregion RheinMain und insbesondere die Stadt Frankfurt zählen zu den bedeutendsten fünf Wirtschaftsregionen in Deutschland mit steigender Bevölkerung und damit steigender Nachfrage nach Wohnraum, „das Motto für die ABG kann deshalb nur weiterhin lauten: bauen, bauen, bauen.“ Das Investitionsprogramm der ABG und auch die Begrenzung der Mietsteigerung auf ein Prozent im Jahr wirke dämpfend auf die Mietpreise in der Stadt und habe damit einen sozialen Effekt. „Auch mit einem Anteil der Neubauwohnungen der ABG von rund 40 Prozent, die im ersten oder zweiten Weg gefördert werden, setzt die Stadt Frankfurt am Main Maßstäbe für eine soziale Wohnungswirtschaft“, so Feldmann weiter.

Ergebnis auf dem hohen Niveau der Vorjahre
Die ABG hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Konzernergebnis von 94,3 Millionen Euro abgeschlossen. Die Steigerung im Verhältnis zum Vorjahr ist auf die Auflösung sogenannter passiver latenter Steuern in Höhe von 29,7 Millionen Euro zurückzuführen. „Das besonders hohe Konzernergebnis liegt an einem rein buchhalterischen Effekt, der nichts mit dem operativen Ergebnis der ABG oder einem Zufluss an Liquidität zu tun hat“, erklärte Junker. „Wenn wir diesen Sondereffekt ausblenden, bewegen wir uns mit einem Ergebnis von rund 65 Millionen auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre. Diese Mittel brauchen wir auch, um das enorme Investitionsprogramm zu stemmen, das wir uns vorgenommen haben“, so der ABG-Geschäftsführer weiter.

Grundsätzlich sei die Ausgangslage auf dem Immobilienmarkt derzeit nicht einfach. „Die Grundstücke sind knapp und wir spüren, dass die Kapazitäten der Bauwirtschaft in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen haben“, beschreibt Junker die Lage auf dem Markt. Die ABG habe sich in der Vergangenheit aber einen guten Ruf als seriöser und verlässlicher Partner der Bauwirtschaft erarbeitet. „Wir gehen das kooperativ und kollegial an, so bekommen wir unsere Projekte weiterhin gestemmt“, zeigte sich Junker optimistisch.

Gefragt sind bezahlbare Wohnungen in allen Größen
„Die Nachfrage ist nach wie vor enorm hoch und übersteigt das Angebot bei weitem“, fasste ABG-Geschäftsführer Junker die Lage auf dem Immobilienmarkt in Frankfurt zusammen. Gefragt seien bezahlbare Wohnungen in allen Größen. „Die Betonung liegt auf bezahlbar, wir müssen sehr aufpassen, dass der Mittelstand sich die Mieten in Frankfurt irgendwann nicht mehr leisten kann.“ Auf der einen Seite werde viel für den geförderten Wohnungsbau getan, auf der anderen Seite würden Eigentumswohnungen zu den maximalen am Markt erzielbaren Preisen gebaut. Der Normalverdiener, dessen Einkommen über den Fördergrenzen liegt und der in der Stadt eine Wohnung für seine Familie sucht, müsse sich schon jetzt „nach der Decke strecken“ um die Miete zu finanzieren. „Diesen bezahlbaren Wohnraum baut die ABG, wir sind eines der wenigen Unternehmen im Markt, das sich so gut wie ausschließlich im Mietwohnungsbau betätigt und eben nicht lauter lukrative Bauträgerprojekte realisiert“, so Junker. Als Beispiel nannte der ABG-Geschäftsführer das Projekt „Bauen für 10 Euro“, mit dem die ABG in Oberrad 46 Wohnungen für eine Nettokaltmiete von 10 Eurom² realisiert hat. Auch der Wettbewerb „Wohnen für alle“, mit dem die Stadt Frankfurt, das deutsche Architekturmuseum und die ABG gemeinsam einen Architekturpreis für bezahlbares Wohnen ausgelobt haben, solle hier ein Signal setzen. 108 Architekturbüros aus ganz Europa haben sich mit 130 Arbeiten beteiligt. Drei der Siegerprojekte werden im Baugebiet Hilgenfeld realisiert.

Platensiedlung – größte zusammenhängende Neubau und Nachverdichtungsmaßnahme in Frankfurt
In der Platensiedlung haben in diesem Jahr die Bauarbeiten in der mit 680 Wohnungen größten zusammenhängenden Neubau und Nachverdichtungsmaßnahme in Frankfurt begonnen. „Dieses Projekt haben wir im Jahr 2017 durch viele Mieterdialoge, durch Präsentationen im Ortsbeirat und viele weitere Maßnahmen bestens vorbereitet und jetzt geht es richtig los“, sagte Junker. Um die Bauzeiten und damit die Belastungen für die Mieter so gering wie möglich zu halten, werden die Zeilenhäuser in der Platensiedlung mit vorgefertigten Holzmodulen um zwei Etagen aufgestockt. Dafür hat die Firma Liwood aus München, die diese Module fertigt, für dieses Projekt eigens auf dem Areal An der Sandelmühle in Heddernheim eine so genannte „Feldfabrik“ errichtet. Ab September werden hier die Module für die Platensiedlung gefertigt. „Das geht nicht nur sehr schnell, das sorgt auch für kurze Wege und ist damit besonders effizient und umweltgerecht“, lobte Junker das innovative Verfahren und dankte den Mietern in der Platensiedlung ausdrücklich für ihre konstruktive Zusammenarbeit bei dieser Sanierung im Bestand.

Zentrale Daten zum Jahresabschluss 2017
Die Umsatzerlöse aus der Vermietung von Wohnungen und Gewerbeflächen, Bauträgerprojekten, der Parkhausbewirtschaftung und weiteren Aktivitäten der ABG konnten vor allem durch die Erstvermietung von Neubauwohnungen um 10,3 Millionen auf 483,5 Millionen. Euro gesteigert werden. Der Konzernjahresüberschuss lag, vor allem bedingt durch die Auflösung passiver latenter Steuern in Höhe von 29,7 Millionen bei 94,3 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2017 haben die Unternehmen im ABG-Konzern 271 Neubauwohnungen fertig gestellt. Dafür wurden 225,2 Millionen Euro investiert. Mit 118 Millionen Euro hat das Unternehmen erneut einen hohen Betrag für die Instandhaltung des Bestandes aufgewendet. Von dem Ergebnis werden 8,3 Millionen Euro an die Stadt Frankfurt ausgeschüttet. Die übrigen Mittel werden in die Gewinnrücklagen eingestellt bzw. auf neue Rechnung vorgetragen.

Zum 31. Dezember 2017 waren im Konzern ABG Frankfurt Holding 778 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (Vj.: 789), davon befanden sich 12 in der Ausbildung. Der vom ABG-Konzern bewirtschaftete und betreute eigene Bestand lag zum 31. Dezember 2017 bei 51.616 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 3.209.950 m² Wohnfläche, 930 gewerblichen und sonstigen Objekten sowie 33.098 Garagen und Kfz-Stellplätzen.
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